Dietrich Bonhoeffer auf der Leinwand in Mallersdorf - Der Film “Bonhoeffer - Die letzte Stufe” als Rahmenprogramm zur Dietrich Bonhoeffer- Ausstellung
Wie bei der Ausstellungseröffnung zum Thema Dietrich Bonhoeffer am vorigen Sonntag angekündigt, zeigten die evangelische Kirchengemeinde und die SPD im Foyer der Klinik Mallersdorf den Film “Bonhoeffer - Die letzte Stufe”. Die Filmvorführung mit Ulrich Tukur als Pastor Bonhoeffer war Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung und wurde von Patienten und Besuchern genutzt.

Marktgemeinderat Martin Kreutz eröffnet mit dem Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde, Herr Westemeier, den Filmabend. Der bewegende Spielfilm über die letzten Jahre des am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg am Galgen
hingerichteten ökumenischen Blutzeugen fand ein tief beeindrucktes und berührtes Publikum. Auch einige Patienten der Klinik Mallersdorf nutzten den Abend um sich den Film über den “Agent of Grace” Bonhoeffer anzuschauen. Zu Beginn des Films begibt sich Bonhoeffer mit den Worten “Ich muss wieder nach Hause” in die Gefahr, indem er das sichere Amerika verlässt und nach Nazideutschland zur Unterstützung der Bedrängten zurückkehrt. “Sonst verrate
ich, woran ich glaube, denn Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie für andere da ist“, so Bonhoeffer im Film. Wie MdL Joachim Werner bei seiner Rede zur Uasstellungseröffnung darauf hingewiesen hat, Genosse kommt von “der, der
in der Not hilft”, geht Bonhoeffer auf die Aufgabe aller Christen unter dem Zeichen der Nächstenliebe ein. “Wahres Christentum heißt, teile des anderen Schmerz”.
„Wer bin ich?“ Diese Frage Dietrich Bonhoeffer’s beantwortete vielleicht sein Schwager Hans von Dohnanyi im Frühjahr 1945 wenige Tage vor seiner Ermordung beim letzten Besuch seiner Ehefrau und Bonhoeffer’s Schwester
Christine: “Dietrich hat die Sache nicht als Politiker, wohl auch nicht als Mann der Kirche gemacht. Es war einfach der zwangsläufige Gang eines anständigen Menschen.“ Ein Gang der einen Mann Gottes bis zur Unterstützung des
Tyrannenmordes brachte. Der Film endet mit dem Gang Bonhoeffers zum Galgen. Gefestigt im Glauben und nicht erniedrigt, Er antwortet auf den Hinweis seiner Häscher, “das ist das Ende”, nur mit einem festen “Nein”. Im Film wird
auch die Liebe zwischen Bonhoeffer und Maria von Wedemeyer, seiner Verlobten, erzählt. Sie erreicht am Ende ihr Heimatgut Pätzig, wirft einen erschrockenen Blick zurück als ihr Dietrich den Tod findet.
Der beim 40. Internationalen TV- Festival in Monte Carlo, dem wichtigsten Filmfest für den Fernsehfilm in Europa, mit der "Goldenen Nymphe" ausgezeichnete Film nutzt das Kino als moralische Instanz, ein Film ethisch hochstehend und garantiert jugendfrei. Diesem Ruf wurde er mit bewegenden und berührenden Bildern gerecht.
Die Bonhoeffer- Ausstellung läuft noch bis Mittwoch im Foyer der Klinik Mallersdorf im Rahmen der Bonhoeffer- Wochen im Labertal, bevor sie nach acht Stationen wieder nach Hamburg an ihren Ursprungsort zurückkehrt. Neben Patienten und Besuchern haben schon einige Schulklassen die Ausstellung besucht und sich ins Gästebuch eingetragen.
Am Mittwoch, den 28. Juli, findet um 20 Uhr noch ein abschließender Gesprächsabend mit dem Zhema "Zivilcourage im alltäglichen Leben" statt. Die Frage “Was steckt eigentlich hinter der Klage über die mangelnde Civilcourage?”, die Bonhoeffer 1943 über Zivilcourage formulierte, ist immer noch aktuell. “Auf diese Frage ist immer wieder eine Antwort zu suchen und auch zu leben”, so Ortsvorsitzender Martin Kreutz.
