v.r. Hartmut Manske, Herta Neumeier, Hugo Steiner, Christian Flisek, Irene Ilgmeier u. Fritz Keller Informationsnachmittag zu Europa von SPD60plus
Unter dem leicht provozierenden Titel 'Europa, was geht mich das an?' , hatten die Vorsitzenden der SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus, Herta Neumeier, Adi Ilgmeier und Fritz Keller letzten Donnerstag Mitglieder und Interessierte in den Sturmkeller eingeladen. Auch der stellv. 60plus Bezirksvorstzende Hartmut Manske hatte es sich nicht nehmen lassen, zu dieser Veranstaltung zu kommen. Schon in ihrer Begrüßung stellte Herta Neumeier klar, das entgegen der allgemein verbreiteten Meinung Europa alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes etwas angeht. Denn die in Büssel gefassten Beschlüsse hätten in fast allen Fällen auch Auswirkungen auf Deutschland und Bayern. Dies genauer auszuführen überließ die SPD60plus Vorsitzende aber gern dem Referenten des Nachmittags, dem Europa-Kandidaten für Niederbayern, dem 34jährigen Rechtsanwalt Christian Flisek aus Passau.
Dieser machte zunächst deutlich, dass es bei der anstehenden Europa-Wahl um eine Richtungsentscheidung gehe. Die Wählerinnen und Wähler müßten sich entscheiden zwischen einem starken, sozial gerechten Europa und einem den marktradikal Denkenden ausgelieferten Europa. Das machte Christian Flisek auch gleich an Beispielen fest: "Die aktuelle Banken- und Wirtschaftskrise ist der beste Beweis dafür, dass die marktradikale Philosophie der Leute, die alles staatliche schlecht geredet haben und mit dieser Ideologie Deutschland und Europa mehr als zwei Jahrzehnte fest im Griff hatten, ist auf das Erbärmlichste gescheitert. Die Meinung, das weniger Lohn, längere Arbeitszeiten, keine Mitbestimmung und die Privatisierung und Liberalisierung aller Lebensbereiche die Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Wachstum seien, hat mit zur gegenwärtigen Situation beigetragen", ist Christian Flisek überzeugt. Im Gegensatz dazu sei seine Überzeugung, dass es unveräußerliche öffentliche Güter gebe, die zur Daseinsvorsorge gerhörten und nichts an den Börsen dieser Welt verloren hätten, so, z.B. das Trinkwasser, der öffentliche Personennahverkehr, die Stadtwerke oder kommunale Kliniken und die Sparkassen.
"Ich will ein Europa, in dem nicht die Gesetze des Marktes wie Naturgewalten wirken, sondern eines in dem sich selbstbewußte Bürger zum Vorrang der Politik bekennen. Dabei setze ich auf die Stärke des Rechts und nicht auf das Recht des Stärkeren. Die Europawahl ist die am meisten unterschätzte Wahl. das was in Europa heute beschlossen wird, bestimmt morgen unsere Lebenswirklichkeit. Wir dürfen uns da nicht heraushalten, sondern müssen mitmischen und mitgestalten" so der Europakandidat.
In der anschließenden angeregten Diskussion ging es z. B. um die Frage, ob Mindestlohn angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation noch gefordert werden dürfe. Hier machte die 60plus Vorsitzende Herta Neumeier deutlich, dass es auch in dieser Situation ein Skandal sei, wenn Menschen 8 Stunden am Tag arbeiteten und dann von ihrem Lohn nicht leben könnten, weil drei oder vier Euro die Stunde dazu einfach nicht ausreichten. "Außerdem ist Mindestlohn längst europäische Normalität, denn in 20 von 27 EU-Staaten gibt es den Mindestlohn", ergänzte Christian Flisek. Die anwesenden Mitglieder und Gäste waren sich zum Ende der Veranstaltung einig: "Ja, Europa geht uns alle an!"