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Politischer Frühschoppen 2010 in Pfaffenberg: Deutschlands jüngster Bürgermeister Michael Adam begeistert seine Zuhörer

Veröffentlicht am 05.08.2010 in Ortsverein

Ehrengäste mit Festredner Michael Adam in der Mitte

Brisante Themen wurden angesprochen am Sonntag beim politischen Frühschoppen im Stöttner-Festzelt des Pfaffenberger Volksfestes. Die Organisation dieser Veranstaltung übernahm dieses Jahr der SPD-Ortsverband Mallersdorf-Pfaffenberg mit dem Ortsvorsitzenden Martin Kreutz. Dieser begrüßte im Festzelt neben Bürgermeister Michael Adam als Festredner die vielen Ehrengäste, er freute sich über das Kommen vieler Vertreter der umliegenden Verbände und das Interesse seitens vieler Vereine und Institutionen.

Sein Willkommensgruß galt auch MdL Reinhold Perlak, der als Vorredner bestätigte, Michael Adam habe sich recht erfolgreich in sein Bürgermeisteramt eingearbeitet. Man setze große Hoffnung auf Deutschlands jüngsten Bürgermeister, nicht zuletzt auch zum Wohle Niederbayerns. Perlack streifte auch die Landespolitik und die Haushaltskrise und stellte fest, diese sei nicht nur importiert, es gebe auch viele hausgemachte Krisen.

Gewinn privatisiert, Verlust verstaatlicht
Ehrengäste und der Rest des Festzeltes
Michael Adam, Bürgermeister aus Bodenmais entbot ein herzliches "Grüß Gott beinand" und freute sich, diese Region, den westlichen Zipfel des Landkreises kennen zu lernen. Die Bundesregierung habe einen denkbar schlechten Start hingelegt, es habe sich traurigerweise nicht viel geändert, kritisierte der Redner. Ankündigungen seien nicht realisiert worden, die Folgen der Weltwirtschaftskrise habe man erlebt. Geld sei verzockt worden, mit Staatsgeldern habe man Banken saniert. Gewinne wurden privatisiert und Verluste verstaatlicht, so verdeutlichte Adam die Tatsache, daß der Steuerzahler die Zeche bezahlen musste. Die vorgesehene Einsparung von 30 Milliarden Euro würde nicht auf die gesamte Gesellschaft verteilt sondern dem kleinen Mann auf den Buckel gepackt, so bedauerte der Bodenmaiser Bürgermeister. Er verurteilte das Landesbank-Desaster und meinte dazu, inzwischen sei man als Kärnten-Urlauber konfrontiert mit der Aussage: "Willkommen lieber Urlauber aus Bayern, Ihr Geld ist schon da!"

Die kommunalen Finanzen seien ruiniert, stellte der junge Bürgermeister fest. Da die Kommunen Zweidrittel bis zu Dreiviertel der öffentlichen Investitionen tätigten, müsse gerade ihre Finanzkraft nachhaltig gestärkt werden, so die Forderung. Die Belastung werde immer größer, auch Bildungsmaßnahmen gingen inzwischen auf Kosten der Kommunen. Als Bürgermeister sei man mittlerweile zum "Insolvenzverwalter" degradiert und stets auf der Suche nach Mitteln, damit die wichtigsten baulichen Maßnahmen durchgeführt werden könnten, beklagte Adam. Ein Sterben des ländlichen Raumes prognostizierte er, wenn sich nichts ändere. Die Bildung vor Ort bleibe oft der Strecke durch die Schulreform und es sei festzustellen, daß hier nicht mehr das dafür zuständige Kultusministerium entscheide sondern sich die Bürgermeister "die Köpfe einschlagen müßten". Ein weiteres Thema griff Michael Adam auf: die Energiepolitik, die er als nach rückwärts gerichtet bezeichnete. "Die CSU zündelt daran herum" warnte er in Bezug auf den Atomausstieg. Alternative Energien gelte es zu fördern, so hielt er dagegen. Die SPD müsse überzeugend auftreten als Opposition, man habe vernünftige Konzepte, versprach der Redner, für diese gelte es zu kämpfen. Auch zur Linkspartei äußerte sich Michael Adam, er bezeichnete diese als am Weg stehende "Stänkerer", denen es um Rache für enttäuschte Befindlichkeiten gehe. Damit wolle man nichts zu tun haben, für seine Partei gelte es, Elan zu zeigen, zu beobachten und mit Argumenten dagegen zu halten, so der engagierte Kommunalpolitiker. Schon während seiner Rede bekam er immer wieder Beifall und der Schlussapplaus bestätigte, daß die Zuhörer an den Ausführungen des jungen Bürgermeisters Gefallen fanden.

 

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