Beim Unterbezirk wehte der Wahlkampf-Wind - Martin Panten neuer Vorsitzender
(Quelle: Straubinger Tagblatt, 31.01.09) Es war bereits ein bisschen Wahlkampf-Wind zu spüren, am Donnerstagabend beim Parteitag des SPD-Unterbezirkes Straubing in Waltersdorf. Nicht nur, dass die SPD ihren niederbayerischen Spitzenkandidaten für die Europawahl, Christian Flisek, und den jüngsten Bürgermeister Deutschlands, Michael Adam, ans Rednerpult holte. Unisono verkündeten die Straubinger SPD-Funktionäre kämpferisch, dass sie erhobenen Hauptes in das Wahljahr 2009 gehen. Als neuer Vorsitzender wurde der Parkstettener Martin Panten gewählt, der den Straubinger Peter Stranninger ablöst.
Zwei Jahre lang führte Peter Stranninger den SPD-Unterbezirk Straubing. Bei den Neuwahlen am Donnerstagabend stellte sich der Straubinger nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Er wollte nach eigener Aussage damit Platz machen für einen Kandidaten aus der Landkreis-SPD und schlug den Parkstettener Martin Panten vor, der bislang als Stellvertreter fungierte. Mit 24 von 35 Stimmen wurde Panten zum neuen Vorsitzenden gewählt (wir berichteten kurz). Stranninger nimmt künftig gemeinsam mit Rosi Deser den Posten des Stellvertreters ein. Panten freute sich über das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde und blickte positiv in die Zukunft. "Wir sind programmatisch gut aufgestellt und haben genügend Themen, die wir angehen müssen."
Starke Oppositionspolitik
Dass die SPD gut aufgestellt ist, betonte auch Landtagsabgeordneter Reinhold Perlak. Er nutzte den Parteitag für einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der ehemalige Straubinger Oberbürgermeister berichtete auch von seinen ersten Wochen als Abgeordneter im Maximilianeum. Das "Fünf-Parteien-Parlament" sei für die CSU schon noch ein wenig ungewohnt, so Perlak. "Es hat ja auch eine gewisse Zeit gedauert, bis die Koalition endlich zustande gekommen ist." Perlak gestand aber auch, dass die 18,6 Prozent für die SPD bei der Landtagswahl kein sonderlich rühmliches Ergebnis seien. "Doch auch wenn wir Mandate verloren haben: Wir als SPD, müssen eine starke Oppositionsarbeit leisten."
Dass es mit der SPD in Bayern endlich wieder aufwärts geht, dafür kämpft auch Christian Flisek. Der Passauer ist eine der großen Nachwuchs-Hoffnungen der niederbayerischen SPD und Spitzenkandidat für die Europawahl im Juni. Auch er machte seinen Genossen Mut für das kommende Jahr. "Wir müssen erhobenen Hauptes in den Wahlkampf gehen und nicht mit vollen Hosen." Er appellierte an alle, die Europawahlen als einen Vorboten für die Bundestagswahlen im Herbst wahr- und deshalb auch ernst zunehmen. "Wir müssen mit einer starken Mannschaft im Europaparlament vertreten sein." Um dies zu erreichen, müsse die SPD mit Inhalten überzeugen und einen themen- und personenbezogenen Wahlkampf führen.
Für soziale Gerechtigkeit
Michael Adam, Bürgermeister von Bodenmais und weitere große SPD-Nachwuchs-Hoffnung, verbreitete ebenfalls kämpferische Stimmung beim SPD-Unterbezirk Straubing. "Wir dürfen keine Politik in den Hinterzimmern irgendwelcher Wirtshäuser machen, sondern müssen raus gehen und Wähler mobilisieren." Denn die SPD könne stolz sein auf das, was sie in vergangener Zeit erreicht habe. Vor allem auf Bundesebene brauche sich die Partei nicht zu verstecken. "Nach dem Muff der Ära Kohl haben wir für ein tolerantes und offenes Deutschland gesorgt", sagte Adam. Natürlich habe die SPD auch Fehler gemacht und oft sei es für die Ortsverbände nicht leicht gewesen, die Entscheidungen der Genossen auf Bundesebene zu rechtfertigen und mitzutragen. Dennoch dürfe man nicht vergessen, wo seine Wurzeln liegen und müsse sich auf das Besinnen, wofür die SPD stehe: für eine soziale Gerechtigkeit.
Bevor Peter Stranninger seinen Posten abtrat, gab er noch einen kurzen Rückblick auf die Aktivitäten der vergangenen zwei Jahre. Neben den ersten und zweiten Vorsitzenden wurden außerdem noch andere Posten neu besetzt. Neuer Kassier wurde Willi Maas, als Schriftführer fungieren Ulrike Fuchs und Robert Pfannenstiel, Organisations-Leiter sind Gerd Kellner und Marco Süß, Bildungsbeauftragter Martin Kreutz. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ist Petra Penzkofer-Hagenauer, die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen führt Marco Süß, die Arbeitsgemeinschaft "60 plus" Adi Ilgmeier und die Arbeitsgemeinschaft der Jusos Manuela Schäfer. Außerdem gewählt wurden noch elf Beisitzer für den Vorstand und die Delegierten zum Bezirks- und Landesparteitag. -ver-