Mittel müssen in Zukunft gerechter verteilt werden

Im Rahmen des Volksfestes in Hunderdorf fand am Sonntag ein politischer Frühschoppen des SPD-Bezirks- und Kreisverbandes mit musikalischer Begleitung durch die Hunderdorfer Musikkapelle im Festzelt statt. Bezirkstagsdirektkandidat Peter Stranninger sowie Landtagsdirektkandidat und ehemaliger Oberbürgermeister von Straubing sprachen zum aktuellen politischen Geschehen. Im Anschluss besuchten die SPD-Politiker noch die zugleich stattfindende Oldtimer-Schau neben dem Festplatz.
Vor einem nostalgisches Feuerwehrauto anno dazumal bei der Oldtimer-Ausstellung. (v.l.): SPD-Ortsvorsitzender Helmut R. Jakob, Bezirkstagskandidat Peter Stranninger, Landtagslistenkandidat und Jusovorsitzender Daniel Süß, Bezirkstagslistenkandidatin Irene Ilgmeier, Bürgermeister Hans Hornberger, Landtagskandidat Altoberbürgermeister Reinhold Perlak, Oldtimerclubvorsitzender Alois Knott und das Besitzerpaar des Feuerwehroldtimerfahrzeuges
SPD-Ortsvorsitzender Helmut R. Jakob begrüßte mit Freude die Vorstandsmitglieder des Kreis- und Ortsverbandes, die beiden Hauptredner, sowie die vielen interessierten Besucher im Festzelt. Auch der Hunderdorfer Bürgermeister Hans Hornberger hieß die Redner willkommen, entfernte sich aber zwischenzeitlich und brauchte sich so nicht anhören, wie Reinhold Perlak kein gutes Haar an der CSU ließ. Er lud die Gäste im Anschluss der Kundgebung noch zur Besichtigung der Oldtimer-Ausstellung neben dem Festplatz ein.
Bezirkstagsdirektkandidat Peter Stranninger hob am Anfang seiner Ausführungen die Verdienste der einheimischen Musikkapelle hervor. Nach ihrem Auftritt beim Papst in Rom werden sie heuer auch beim Oktoberfest in München vertreten sein. Sie stärken damit das Gemeinwesen und das Kulturleben in ihrer Heimat. Im Falle seiner Wahl wird er sich für soziale Gerechtigkeit im ländlichen Bereich einsetzen, denn 70 % der Bürger in Bayern leben auf dem Land. Er versteht die Sorgen der Milchbauern, die einen ordentlichen Preis erhalten müssen um zu überleben. Denn der Fortbestand der Bauern ist äußerst wichtig. Des Weiteren muss dafür gesorgt werden, dass den Arbeitnehmern ein angemessener Nettolohn zur Verfügung steht, denn nur dann ist ihre Kaufkraft gesichert. Auch viele Renten sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel. Das Geld, das in Bayern zur Verfügung steht muss bei uns ausgegeben werden. Er forderte den Ausbau der B20 anstelle des unsinnigen Transrapids.
Landtagskandidat Reinhold Perlak ist der Meinung, 50 Jahre Alleinherrschaft in absoluter Mehrheit der CSU ist genug. Es ist Zeit für einen Wechsel für ein neues Kräfteverhältnis, für ein Bayern – aber gerecht. „Ich will arbeiten für unsere Heimat, meine Erfahrung über 20 Jahre in der freien Wirtschaft, 6 Jahre Bürgermeister und 12 Jahre Oberbürgermeister einsetzen, Kontakte in der EU, Bund, Land, Regierung, Spitzenverbänden und Planungsgremien nutzen für mehr Wirtschaftskraft, sichere Jobs von morgen“, so der Redner. Das Nord-Südgefälle im Freistaat muß gestoppt, die Mittel besser verteilt werden. Gleiche Gerechtigkeit für alle. Gerecht ist, was anständig ist. Die Schere zwischen Wohlhabenden und Armen wird immer größer. Bayern ist schön, stimmt, wir alle leben gern in Bayern, aber gerechter. Dass dies nicht so ist zeigt, dass die Umfragewerte für Beckstein und Huber sinken und sie nervös werden. Sie versprechen Vieles und schlagen zu mit abgedroschenen Hetzparolen: Freiheit statt Sozialismus. Die SPD hat in der Geschichte des Freistaates mehr getan als jede andere Partei. Sie ist nahe am Menschen, nicht wie die CSU Lichtjahre davon entfernt: sozial, gerecht – soziale Kälte ist nicht christlich. Die CSU weiß nicht mehr, wie echter gerechter Fortschritt aussieht, erkennt nicht mehr, dass sich dieses Land schneller wandelt als die CSU. Alles was in Bayern nicht in Ordnung ist wird verschwiegen. Wie etwa die Landesbank hat 4,3 Milliarden in riskantem US-Markt verzockt, beim Transrapid wurden 70 Millionen Planungskosten in den Sand gesetzt, dafür wurden Förderungsgelder im regionalen Busverkehr gestrichen, ÖPNV-Förderung sowie Fördermittel für Straßen zurückgefahren. Beim Wachstum von 2,5 % steht Bayern auf Rang zehn, trotz Tafelsilberverkauf. Die Investitionsquote über 20 % in den 90er Jahren sank seit 2005 auf den Tiefstand von 11,5 % und fehlt dem Wachstum, bei der Wirtschaft, den Arbeitsplätzen und dem Einkommen. Bayern hat regionale Zweiklassengesellschaft, ist Spitze in der Vernachlässigung strukturschwacher ländlicher Räume. Die Kommunen lässt die CSU mit der Unterstützung im Regen stehen, die der stärkste Auftraggeber sind. Der Wirtschaftsaufschwung muss bei allen ankommen - gerechte Löhne für gute Arbeit, damit alle anständig leben können. Niedriglöhne sind eine Schande – Armut bei Kindern und Rentnern wächst. Bayern tut zu wenig für die Bildung und ist weit unter dem Bildungsdurchschnitt in der BRD. Nach Aussage der CSU ist in Bayern alles Spitze – es muß Schluss sein mit solchen Spitzenleistungen. Schluss mit der „Mir san mir Politik“, mit der Formel „Das Kabinett hat beschlossen“ – wir haben schließlich ein Parlament. Unser schönes Land Bayern gehört nicht der CSU allein, sondern uns allen „mitanand.“
Das Schlusswort war dem Landtagslistenkandidaten und Juso-Vorsitzendem Daniel Süß überlassen, der mit seiner Kandidatur junge Menschen ermuntern möchte, nicht nur Politik über sicher ergehen zu lassen, sonder selber einen Beitrag zur Mitgestaltung zu leisten.
Bürgermeister Hans Hornberger führte die Gäste von der SPD durch die gleichzeitig stattfindende Oldtimer-Ausstellung neben den Festplatz. Alle waren beeindruckt über die vielen wunderschönen Oldtimer-Fahrzeuge, die aus allen Gegenden nach Hunderdorf gebracht wurden, um diese der Öffentlichkeit vorzuführen. Bei einem nostalgischen Feuerwehrauto von anno dazumal stellten sich die SPD-Politiker zusammen mit ihrem Gastgeber und den Besitzern des Fahrzeuges zu einem Gruppenfoto auf. Die Farbe „rot“ spielte bei der Entscheidung über das Foto vor diesem Auto eine nicht wesentliche Rolle.