BayernAtlas

>

Counter

Besucher:2880121
Heute:244
Online:3

Standort durch Innovationen sichern

Veröffentlicht am 29.08.2008 in Allgemein

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) besuchte Völkl

(Quelle: idowa.de) „Völkl setzt auf den Standort Deutschland“ steht in großen Buchstabenauf einem Plakat in der Skifabrik in Straubing-Sand. Der Satz wirkt wie ein Willkommensgruß für Bundesarbeitsminister Olaf Scholz, der am Donnerstag auf Einladung von MdB Bruni Irber durch Niederbayern tourte. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, einen Produktionsbetrieb zu besuchen und sich dort über die Arbeitsbedingungen zu informieren. Landtagskandidat Reinhold Perlak hatte für den Minister die Völkl Sports GmbH & Co.KG ausgewählt – das erste Produktionsunternehmen, das sich im Industriegebiet ansiedelte.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (3. v.r.) besuchte am Donnerstag die Skifabrik Völkl im Industriegebiet Straubing-Sand. Gemeinsam mit den Landtagskandidaten Reinhold Perlak (l.) und Daniel Süß (3.v.l.) sowie Bezirkstagskandidatin Irene Ilgmeier (2.v.r.), Bezirksgeschäftsführerin Christine Schrock (r.) und weiteren SPD-Vertretern ließ er sich von Technischem Leiter Helmut Jakoby (2.v.l.) durch den Betrieb führen.

Technischer Leiter Helmut Jakoby, Leiter Industrial Engineering
Franz Ederer, Betriebsratsvorsitzender Werner Koller und IG-Metall-
Bevollmächtigter Bernhard Roos nahmen die Delegation, zu der
noch weitere SPD-Lokalpolitiker gehörten, in Empfang. „Wir sind international gut aufgestellt“, konnte Jakoby Positives berichten. Völkl
gelte in der Branche als Trendsetter und werde von anderen Firmen gerne kopiert. „Nur durch Innovationen können wir unser Bestehen sichern. Gleichzeitig müssen wir versuchen, die Kosten in einem gewissen Rahmen zu halten“, machte Jakoby deutlich. Solange dies gelinge, sei der Standort Straubing nicht in Gefahr. „Das bedeutet immer wieder eine neue Herausforderung für uns, wir können uns nicht auf dem Erreichten ausruhen.“

Die Straubinger Skifabrik sei die einzige in Deutschland, einem
„Hochlohnland“, und müsse in einem schwierigen internationalen
Markt bestehen. Jedes Jahr bringt Völkl eine neue Kollektion auf den
Markt – die Kollektion für die Wintersaison 2008/2009 wurde bereits
ausgeliefert. Nun werden schon die Pisten-Trends für 2009/2010 in Angriff genommen. Zuerst würden Muster für die Fachmessen hergestellt, dort könnten sich dann die Kunden über neue Produkte informieren und schließlich ihre Bestellungen ordern. „Denn wir produzieren nur für Kundenaufträge“, stellte Jakoby klar.
„Die Produktion am Standort Deutschland funktioniert“, betonte
Olaf Scholz beim Rundgang durch die Skifabrik. Er kenne viele Verlagerungen ins Ausland, die sich letztlich nicht gerechnet hätten. Vor allem in Mittel- und Osteuropa ließen rasante Lohnsteigerungen schon manchen Unternehmer-Traum platzen. Auf der anderen Seite gebe es ohne Globalisierung auch die Firma Völkl nicht mehr. „Es kommt selten vor, dass es weltweit nicht schneit“, verdeutlichte Jakoby. Deshalb seien die Märkte außerhalb Deutschlands enorm wichtig für die Positionierung des Unternehmens. Milde europäische
Winter könnten durch gute Wintersportbedingungen etwa in Amerika oder Asien aufgefangen werden.

„Kritische Zeiten“

Reinhold Perlak erzählte dem Minister auch kurz von Völkls kritischen
Zeiten. „Die Belegschaft musste viel einstecken“, meinte Perlak.
Doch aus heutiger Sicht habe sich das Durchhaltevermögen wohl
ausgezahlt. Produktionsverlagerungen ins Ausland seien derzeit offensichtlich kein Thema. Neben dem Werk in Sand betreibt
Völkl noch ein Logistiklager in Bogen, insgesamt arbeiten an beiden
Standorten rund 400 Beschäftigte. 20 Lehrlinge werden in dem Unternehmen derzeit ausgebildet, das auf qualifizierte Facharbeiter angewiesen ist. Auftragsspitzen überbrückt man mit Leiharbeit. „Aktuell beschäftigen wir etwa zehn Leiharbeiter“, sagte Jakoby auf Nachfrage von Bruni Irber. In Spitzenzeiten seien es allerdings wesentlich mehr. Zum Schluss tauchte noch die Frage nach dem SkiVerleih in den Touristenorten auf. „Ist das eine
Konkurrenz?“, wollte Bruni Irber wissen. Doch Jakoby hatte dafür nur
ein müdes Lächeln übrig: „Wir produzieren sogar extra Skis mit einem
dickeren Belag für den Verleih.“
- ola -

 

Homepage SPD UB Straubing

SPD Mallersdorf-Pfaffenberg auf Facebook