Viel Geselligkeit und ein bisschen Politik – das Erfolgsrezept beim Sommerfest der SPD Geiselhöring

Geiselhöring: (pas) Das traditionelle Sommerfest der Geiselhöringer SPD fand am vergangenen Samstag in Malchesing statt. Auch die Kandidaten zur Landtags- und Bezirkstagswahl, Reinhold Perlak, Peter Stranninger und Irene Ilgmeier (Daniel Süß musste wegen Erkrankung absagen) freuten sich über einen „erholsamen und gemütlichen Wahlkampftermin“ mit den Mitgliedern und Freunden der SPD im Labertal. Neben einem kurzen Statement der Kandidaten blieb ausreichend Zeit zu einem persönlichen Gespräch, das von den Besuchern rege genutzt wurde. Eine besondere Ehrung erfuhr das langjährige Mitglied Hans Thurner.
Mit zunehmend besser werdendem Wetter freuten sich die zahlreichen Besucher auf den persönlichen Kontakt mit den Kandidaten zur Landtags- und Bezirkstagswahl und ein paar entspannte Stunden in gemütlicher Runde. Nicht oft hat man als Bürger die Gelegenheit sich mit den politischen Mandatsträgern – in welcher Funktion auch immer – „Auge in Auge“ zu unterhalten und zu erleben, welcher Typ Mensch hinter dem „Kandidaten“ steckt. Die Organisationen freute besonders, dass zum Sommerfest des Ortsvereins Geiselhöring auch jeweils eine Abordnungen aus Mallersdorf-Pfaffenberg und Neufahrn begrüßt werden konnte.
Alt-Oberbürgermeister und Kandidat für den Bayerischen Landtag, Reinhold Perlak, warnte in seinen Ausführungen vor einer "Vollbeschäftigungslüge" der Staatsregierung. 3,8 Prozent im Freistaat, 5,7 Prozent in der Gäubodenstadt und 2,6 Prozent im Landkreis gaben für Perlak keineswegs Anlass zu optimistisch zu sein. "Der Arbeitsmarkt läuft in der Regel der Konjunktur hinterher und deren Signale deuten auf eine Abschwächung hin, die wir im Auge behalten müssen," mahnte er. Es gebe also keinen Grund, mit einem selbstgefälligen Blick in den Rückspiegel in die kommenden Monate zu fahren, auch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen.
Auch die Struktur des Beschäftigungsaufbaus gab für Perlak nicht nur Anlass zur Freude. "Die Dominanz der Zeitarbeit drückt die Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und lässt deswegen keine Konsumenteneuphorie aufkommen", stellte er auch bei den Gesprächen in Geiselhöring fest. Diese Zeitarbeitsverträge müssten in reguläre Arbeitsplätze bei den heimischen Firmen verwandelt werden, um den Wechsel der Konjunktur von den Investitionen zum privaten Verbrauch zu beschleunigen – nur dann kommt der Aufschwung auch bei den Menschen vor Ort an, forderte der Straubinger Ex-OB.
Die SPD, so Reinhold Perlak weiter, werde bei der Forderung nach Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes in Bayern nicht locker lassen. "Mindestlöhne sind Brandmauern gegen die Armut", argumentierte er. Deshalb unterstreicht er immer wieder: "Wer arbeitet, muss davon leben können. Es ist nicht hinnehmbar, dass in Bayern 105.000 Menschen neben ihrem Lohn Hartz-IV-Empfänger sind. Ohne Mindestlohn werden aber auch die Kommunen durch die Hartz-IV-Empfänger belastet."
An Stelle seines erkrankten Mitkandidaten Daniel Süß, forderte Reinhold Perlak eine „Revolution im Bildungsbereich".„Wir brauchen bessere Bildung für alle – die von uns vorgeschlagene Bildungsmilliarde ist der Weg dorthin", mahnte er eindringlich. Bayern investiere lediglich vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Bildung. Vergleichbare Länder aber lägen bei sechs Prozent. Das müsse auch Bayern erreichen.
"Soziale Gerechtigkeit" war das Thema der beiden Kandidaten zum Bezirkstag, Peter Stranninger und Irene Ilgmeier. Rund 420.000 Menschen in Bayern leben immer noch von Hartz IV. Das eigentlich Beschämende aber ist für die Sozialdemokraten, dass mehr als 130.000 Kinder in Bayern von 211 Euro im Monat leben müssten. "Es ist ein Skandal, dass bestimmte Kinder immer an Ausflugstagen "krank" seien, weil sich die Eltern das zusätzliche Geld einfach nicht leisten können – das ist die Realität in einem Land, in dem die CSU seit 50 Jahren regiert", so die gemeinsame Kritik an der Bayerischen Staatsregierung. „Die Armut von heute ist die Armut von morgen. Schon heute leben 90.000 Seniorinnen und Senioren in Bayern von der Grundsicherung. Man mag sich gar nicht vorstellen was passiert, wenn die Niedriglohnempfänger von heute Rentner werden, denn die Rentenhöhe hängt ja bekanntlich vom Einkommen ab". Für „Soziales“ ist in unserem Staatssystem vor allem der Bezirk verantwortlich – Stranninger und Ilgmeier wollen sich dafür einsetzen, dass es auch hier sozial und gerechter zugeht.
Diese „sozial“ und dieses „gerecht“ waren und sind für das Geiselhöringer Mitglied Hans Thurner die Gründe sich in der SPD zu engagieren – und das seit mehr als 40 Jahren. Aus diesem Grund überreichte ihm der 2. Vorsitzender Josef Bergbauer den Ehrenbrief der SPD und Reinhold Perlak die Willi-Brandt-Medaille in Silber. „Den Schwachen muss man helfen – die Starken können sich selber helfen“ – dieses Motto leitete Hans Thurner durch sein bisheriges Leben – einen Grossteil davon ist er Mitglied der SPD. Für viele Menschen sollte dieses Motto ein Anreiz sein, sich ebenfalls in der SPD zu engagieren, denn wie schnell man auf der Seite der „Schwachen“ steht, zeigen Tag für Tag viele Einzelschicksale und in der SPD fühlt Hans Thurner sich seit mehr als 4 Jahrzehnten zu Hause, und „das Sommerfest der Geiselhöringer SPD ist ein Stück dieses Zuhauses“
Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten die Mitglieder des Ortsvereins und die musikalische Unterhaltung oblag dem engagierten DJ Johny – so rockte die SPD in den Abend. Mit einer unterhaltsamen Verlosung fand das Fest seinen späten Abschluss.