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Kinderbetreuung im Landkreis Landshut ausbauen

Veröffentlicht am 10.02.2016 in Soziales

Foto v. l. n. r.: Peter Forstner, Karin Boerboom und Ruth Müller

2007 wurde erstmals ein Jugendhilfeplan für den Landkreis Landshut erstellt, der 2011 erstmals fortgeschrieben wurde. Im vergangenen Jahr fand nun die zweite Fortschreibung statt und aus diesem Anlass hatte die Landkreis-SPD die Kindertagesstätten-Beauftragte des Landkreises Landshut Karin Boerboom eingeladen, um die Ergebnisse vorzustellen.

Erfreulicherweise sei der Rücklauf der Eltern mit über 50 Prozent in den drei Bereichen Krippe, Kindergarten und Schulkinder sehr groß gewesen, konnte Boerboom berichten. Das lasse auch qualifizierte Rückschlüsse auf die künftigen Bedarfe zu. Derzeit gebe es im Landkreis Landshut 32 Krippen und sieben Krippengruppen, damit seien 1.331 Krippenplätze in den 35 Gemeinden vorhanden. Die Betreuungsquote schwanke allerdings nahezu 60 Prozent (Gemeinde Neufahrn) und elf Prozent (Aham, Gerzen, Schalkham). Es sei erfreulich, dass die Krippenplätze in den letzten Jahren stetig ausgebaut worden seien, so die Kreisvorsitzende Ruth Müller. „Das erleichtert Familien die Planung der Eltern- und Arbeitszeit“. Bei den Kindergärten sei Ausbaubedarf vorhanden, derzeit seien 150 Plätze im Planungsverfahren, informierte Karin Boerboom. 

Ausbaufähig ist dagegen die Situation bei der Betreuung der Schulkinder. Hier gibt es derzeit ein wahres Sammelsurium an unterschiedlichen Angeboten quer durch den Landkreis Landshut: Von der offenen Ganztagsschule bis zur gebundenen Ganztagsschule, von der Mittagsbetreuung bis zur verlängerten Mittagsbetreuung oder den Horten ist je nach Gemeinde etwas vorhanden. Allerdings unterscheiden sich die Angebote hinsichtlich Finanzierung, Mittagessen und Betreuung sehr stark voneinander. Nicht einmal 20 Prozent der 7 bis 15-jährigen Kinder sind im Landkreis Landshut nach Schulschluss betreut, wobei die Elternumfrage ergab, dass für fast 70 Prozent der Eltern eine „verlässliche Betreuung ohne Stundenausfall“ als „sehr wichtig“ eingestuft wurde. Alle Eltern kennen die Situation, dass nach einer guten Betreuung im Kleinkindalter die Betreuungslücke entstehe, wenn ein Kind in die Schule komme, machte Angelika Wimmer deutlich. Hier sei dringend Handlungsbedarf geboten, damit Eltern auch beim Schuleintritt ihres Kindes eine qualitativ gute Versorgung gesichert wissen und auch die Möglichkeit haben, Ferienzeiten abzudecken. Im Landkreis Landshut sollen alleine in diesem Jahr 500 neue Hortplätze entstehen, derzeit sind bereits 195 im Planungsverfahren. „Nur auf offene Ganztagsschulen zu setzen, geht auf Dauer am Bedarf vorbei“, ist sich Armin Reiseck aus Wörth sicher. Denn im Mittelpunkt müsse die Qualität der Betreuung und vor allem die Kontinuität der Bezugspersonen stehen. Dies müsse beim weiteren Ausbau der Schulkinderbetreuung im Landkreis Landshut beachtet werden, waren sich die SPD-Mitglieder einig. Mit einem Blumenstrauß bedankten sich Peter Forstner und Ruth Müller bei Karin Boerboom für die interessanten Informationen.

 

 

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